Die Aérospatiale (Fouga Potez) CM.170 Magister ist ein zweistrahliges Schulflugzeug aus französischer Produktion. Produzent war die Firma Fouga, die in den 1970er Jahren in der Aérospatiale aufging. Auch der heute nicht mehr bestehende französische Flugzeughersteller Potez fertigte eine Anzahl Maschinen dieses Typs.

(Quelle: Wikipedia)

Geschichte

Als sogenannter Strahltrainer war die Fouga Magister das zweite speziell für diesen Zweck entworfene strahlgetriebene Schulflugzeug der Welt nach der Fokker S.14 Machtrainer. Die Maschine war auch einsetzbar als leichtes Aufklärungs- und Kampfflugzeug.

Das Flugzeug wurde bereits ab 1949 aus dem Turbinenmotorsegler CM.8-R13 entwickelt. Die Vorstellung des Prototyps am 23. Juli 1952 war so beeindruckend, dass die Armée de l’air zunächst eine kleine Serie von 10 Flugzeugen bestellte. Ein Folgeauftrag über 90 – nach anderen Quellen: 95 – Maschinen erging im Jahre 1954.

Die Magister ist ein zweisitziges Ganzmetallflugzeug mit einem 110-Grad-V-Leitwerk, einem so genannten Schmetterlingsleitwerk. Das Flugzeug war äußerst erfolgreich.

Luftwaffe der Bundeswehr

Auslieferungen nach Jahr:

1957 –1958 –1959 –1960 –1961 –1962 –1963
184384751202

Am 28. Mai 1957 wurden die ersten in Frankreich bei Sud Aviation gefertigten Magister an die Flugzeugführerschule A der deutschen Luftwaffe auf dem Fliegerhorst Landsberg übergeben, im November 1958 die erste von insgesamt 194 in Lizenz bei Messerschmitt in Riem gebauten. Bis 1963 liefen 234 Maschinen zu. In Landsberg sollte sie die Harvard Mk. IV in der Anfängerschulung ersetzen. In der Schulung lag die Flugstundenzahl bei 110–130 Stunden und dauerte aufgrund des Wetters zwischen sechs und zehn Monaten; wegen dieser Unwägbarkeiten wurde sie Mitte der 1960er Jahre vollständig in die USA verlegt.

Die Flugzeugführerschule A stellte Ende 1959 ein Kunstflugteam auf, das mit der Magister Formationskunstflug darstellte, und bis zum Verbot von Formationskunstflug nach dem 19. Juni 1962 mit einem, 1961 auch zwei Teams, Flugshows in Deutschland und dem näheren Ausland besuchte.

Die Fouga Magister war von 1957 bis 1969 bei Luftwaffe und Marine im Einsatz. Anschließend wurden die Maschinen an andere NATO-Luftwaffen und an die algerische Luftwaffe abgegeben. Ende der 1960er Jahre wurden einige Maschinen zu einem symbolischen Preis von 1 DM an Flugsportvereine abgegeben.

Andere Luftstreitkräfte

Israel

Israel erhielt 1957 zunächst die Bauteile für 36 Magister aus deutscher Produktion, die von Israel Aircraft Industries montiert wurden. Die Indienststellung als Schulflugzeug begann im Jahr 1960. Die Ausbildungseinheiten wurden zudem ab 1964 für Luftnahunterstützung mit MG, Raketen und Bomben vorbereitet. Die im Land unter dem Namen ‚Tzukit‘ produzierten Maschinen wurden um eine Vielzahl ausgedienter Bundeswehr-Exemplare verstärkt. Unmittelbar nach Ausbruch des Sechstagekrieges flogen die Magister Bodenangriffe zur Unterstützung des israelischen Vorstoßes auf der Sinai-Halbinsel. Am zweiten Kriegstag schossen die Magister mehr als 120 jordanische Panzer und gepanzerte Fahrzeuge zusammen, die den israelischen Vormarsch auf Jerusalem aufhalten sollten. Sieben Maschinen des Typs gingen während des Krieges verloren.

Katanga

Im April 1961 erhielt der in einer Region des Kongo neu gegründete Staat Katanga drei Fouga Magister aus Belgien, die von Söldnern geflogen wurden. Den drei Maschinen gelang es zunächst, die Lufthoheit gegen die UN-Luftstreitkräfte zu erringen. Nach dem Verlust von zwei Maschinen fügte die letzte verbliebene Magister den UN-Truppen bis Dezember 1962 immer wieder schwere Verluste zu. Seit der UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld beim Absturz seiner Maschine im Jahre 1961 nahe Ndola ums Leben kam, wird immer wieder über einen Abschuss durch eine der katangischen Magister spekuliert.

Uganda

Mitte der 1960er Jahre unterstützte Israel den Aufbau der ugandischen Luftstreitkräfte und lieferte zunächst sechs bewaffnete Fouga Magister, deren Zahl sich bis 1969 auf zwölf erhöhte. Nachdem Idi Amin die Zusammenarbeit mit Israel im Jahr 1972 abgebrochen hatte, waren die Maschinen nicht mehr flugbereit.

Kunstflugstaffeln

Geflogen wurde die Magister auch von der französischen Kunstflugstaffel Patrouille de France, dort war dieses Flugzeug bei über 800 Flugvorführungen bis zur Einführung des Nachfolgemodells Alpha Jet 1981 im Einsatz, sowie der israelischen und irischen Kunstflugstaffel Silver Swallows.

Insgesamt wurden über 900 Magister hergestellt, davon 576 in Frankreich. Die Magister war in 17 Staaten im Einsatz, darunter Frankreich, Kamerun, Belgien, Brasilien, Deutschland, Finnland, Israel, Irland, Marokko und Österreich.

Nachfolger

Eine Weiterentwicklung der Magister hieß Fouga 90. Sie flog erstmals am 20. August 1978. Angetrieben wurde sie von zwei Turboméca Astafan II G Triebwerken, ein anderes Cockpit sollte für verbesserte Sicht sorgen. Obwohl als Anfänger- und Fortgeschrittenentrainer konzipiert, konnte sie an vier Flügelstationen auch leichte Waffen für Bodenangriffe tragen. Es gingen keine Bestellungen für das Flugzeug ein.

Nutzer

Algerien

Algerien (28 Ex-Deutschland)

Bangladesch

Bangladesch (8 Ex-Deutschland/Ex-Österreich)

Belgien

Belgien (50 inkl 8 Ex-Deutschland)

Brasilien

 Brasilien: (7)

Deutschland

 Deutschland (250 Luftwaffe + 15 Marine)

El Salvador

 El Salvador (9 Ex-Israel)

Finnland

 Finnland (80)

Frankreich

 Frankreich (307 Luftwaffe + 32 Marine)

Gabun

Gabun (5 Ex-Österreich)

Irland

Irland (7 Ex-Österreich)

Israel

 Israel (52)

Kambodscha

 Kambodscha (4)

Kamerun

 Kamerun (9 Ex-Frankreich)

Katanga

 Katanga (3)

Libanon

Libanon (8 Ex-Deutschland)

Politisches System der Libysch-Arabischen Dschamahirija

 Libyen (12 Ex-Frankreich)

Marokko

 Marokko (21)

Nicaragua

Nicaragua

Österreich

 Österreich (18)

Ruanda

Ruanda (10 Ex-Frankreich)

Senegal

 Senegal (5 Ex-Brasilien)

Togo

 Togo (4 Ex-Deutschland)

Uganda

Uganda (12 Ex-Israel)

Heutige Nutzung

Die CM.170 Magister fliegt bei den National Championship Air Races in Reno (Nevada) innerhalb der Jet-Klasse in Rennen gegen Aero L-39, Aero L-29 und Lockheed T-33 Düsentrainer.

Technische Daten

3-Seiten-Riss

(Quelle: Wikipedia)

Cockpit

(Quelle: Wikipedia)

Turbomeca Marboré II F 3

(Quelle: Wikipedia)

Maschinengewehr MAC-52, 7,5 mm

(Quelle: Wikipedia)
KenngrößeDaten der Aerospatiale (Fouga) CM.170 Magister
Besatzung2
Länge10,06 m
Spannweite12,15 m
Höhe2,8 m
Flügelfläche17,3 m²
Startmasse3.300 kg
Höchstgeschwindigkeit715 km/h
Steigleistung17 m/s
Dienstgipfelhöheca. 12.200 m
Reichweite1.180 km
Triebwerke2 Turboméca Marboré-Strahltriebwerke mit je 400 kp Standschub oder 2 Turboméca Marboré VI mit je 480 kp Standschub
Bewaffnung2 MG 7,5 oder 7,62 mm mit je 200 Schuss im Bug; 2 Unterflügelstationen für Raketen, Bomben oder drahtgelenkte SS.11-Lenkwaffen

Quelle: Wikipedia

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