Die Fairey Gannet wurde 1946 im Auftrag der Royal Navy als erstes trägergestütztes, zur U-Boot-Jagd optimiertes Kampfflugzeug mit Turboprop-Antrieb von dem britischen Flugzeughersteller Fairey Aviation entwickelt. Spätere Versionen dienten zur luftgestützten Luftraumaufklärung und -überwachung (englisch Airborne Early Warning; AEW) eingesetzt. Gannet ist das englische Wort für Basstölpel, einen gansgroßen Seevogel. Das Flugzeug wurde so benannt, weil es mit gefalteten Flügeln auf dem Träger stehend diesem Tier ähnelt.

(Quelle: Wikipedia)

Entwicklung

Der Erstflug des Prototyps fand am 19. September 1949 statt, es folgten ausgiebige Testflüge, die erste Decklandung erfolgte 1950. Die Testflüge führten u. a. dazu, dass die ursprüngliche Besatzungsstärke von zwei auf drei Mann erhöht wurde. Im Jahre 1951 wurde mit dem Serienbau der Version A.S.3 begonnen und erst 1955 wurden die ersten leistungsgesteigerten Serienmaschinen der Version A.S.4 an die britische Marine ausgeliefert und auf den Flugzeugträgern HMS Illustrious, HMS Ark Royal und HMS Eagle eingesetzt und lösten dort die Fairey Fireflies und Grumman Avengers ab.

Insgesamt wurden bei Fairey 255 Gannets gebaut. In den 1970er-Jahren wurden die Gannets bei der britischen Marine durch die weniger Platz beanspruchenden Helikopter vom Typ Westland Wessex ersetzt. In Australien und Indonesien waren Gannets bis in die 1980er-Jahre im Einsatz.

Versionen

VersionRolle
s. a. Bezeichnungssystem für Luftfahrzeuge der britischen Streitkräfte
Anzahl (gebaut)Bemerkung
AS.1U-Jagd (englisch Anti-Submarine Warfare)183
T.2Trainer Version für AS.138davon 1 umgebaut aus Version AS.1
AEW.3luftgestützte Luftraumaufklärung und -überwachung (englisch Airborne Early Warning)44davon 1 umgebaut aus Version AS.1
AS.4U-Jagd75bei der Bundesmarine als AS.Mk4
COD.4Trägerversorgung (englisch Carrier Onboard Delivery)6Umbau aus AS.4
T.5Trainer Version für AS.411davon 3 umgebaut aus Version T.2
ECM.6Elektronische Kampfführung (englisch Electronic Countermeasures)9Umbau aus AS.4
AEW.7luftgestützte Luftraumaufklärung und -überwachung0

Technische Daten

Fairey Gannet AEW.3

(Quelle: Wikipedia)
KenngrößeGannet AS.Mk4
Länge13,57 m
Spannweite16,56 m /gefaltet 5,94 m
Höhe4,13 m /gefaltet 4,19 m
Antrieb1 × Armstrong Siddeley Double Mamba-Turboprop-Triebwerk (bestehend aus zwei Armstrong Siddeley Mamba, die jeweils einen der beiden koaxial angeordneten Propeller gegenläufig antrieben) 2015 kW/2740 PS
Marschgeschwindigkeitca. 400 km/h
Höchstgeschwindigkeit479 km/h
Normale Reichweite1600 km
Besatzung3
Dienstgipfelhöhe7620 m
Steigleistung605 m/min
Leermasse6841 kg
Gesamtmasseca. 9000 kg
Bewaffnung2 Torpedos oder 2 × 450-kg-Fallschirmminen, Wasserbomben, 16 Stk. 27-kg-Raketen, 10 Sonobojen

Das zweite Triebwerk konnte nach dem Start des ersten Triebwerks mit dem Luftstrom des schon drehenden Propellers angeworfen werden.

Nutzer

Fairey Gannet der deutschen Bundesmarine

Fairey Gannet der Marineflieger.

Nutzerstaaten

Australien

Australien

  • Royal Australian Navy
Deutschland

Deutschland

  • Bundesmarine
Indonesien

Indonesien

  • Indonesische Marine
Vereinigtes Königreich

Vereinigtes Königreich

  • Royal Navy

Einsatz bei der Bundesmarine

Fairey Gannet AEW.3 mit Radom in der Flugausstellung Hermeskeil

(Quelle: Wikipedia)

Im Jahre 1958 übernahmen die deutschen Marineflieger 16 Maschinen, davon 15 Einsatzflugzeuge und eine Trainerversion T.5 (erkennbar am fehlenden Radom und dem bei dieser Ausführung vorhandenen Periskop). Am 1. August 1958 wurde der Flugbetrieb als einer der ersten Marinefliegerstaffel auf dem Fliegerhorst Schleswig bei Jagel aufgenommen.

Fairey Gannet waren beim Marinefliegergeschwader 2 und später beim Marinefliegergeschwader 3 im Einsatz.

Während der Verwendung bei der Bundeswehr ereignete sich am 12. Mai 1966 ein Absturz mit drei Toten, als ein Flugzeug (Kennzeichen UA+115) bei Oberbeuren unmittelbar nach dem Start vom Fliegerhorst Kaufbeuren verunglückte. Die Flugzeuge wurden 1966 durch die Breguet 1150 Atlantic ersetzt.

Erhaltene Maschinen

In Deutschland sind vier Maschinen im Luftwaffenmuseum der Bundeswehr Berlin-Gatow, dem Technikmuseum Speyer, in der Flugausstellung Hermeskeil sowie im AERONAUTICUM in Nordholz ausgestellt, weitere Maschinen befinden sich in verschiedenen ausländischen Museen, außerdem existierte mit der Maschine XL502 Ende der 1980er-Jahre sowie derzeit (2015) eine flugfähige Gannet (XT752) in den USA.

Quelle: Wikipedia

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